Grundsteuer-Messbetrag festsetzen

Die Grundsteuer berechnet sich in der Regel aus dem Grundsteuermessbetrag und dem jeweiligen Hebesatz der Gemeinde, in welcher der Grundbesitz liegt. Den Grundsteuermessbetrag setzt das Finanzamt fest.

Regionalisierung

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Geben Sie die Stadt oder Gemeinde ein, in deren Gebiet sich das Grundstück befindet:

Zuständige Stelle

Finanzamt

Leistungsdetails

Verfahrensablauf

Für den Grundbesitz wird der Wert in der Regel anhand einer Erklärung ermittelt, die der oder die Steuerpflichtige gegenüber dem Finanzamt abgibt. Das Finanzamt fordert beispielsweise eine Erklärung an, sobald für die Grundsteuer relevante Änderungen am Grundbesitz bekannt werden (z. B. durch Mitteilungen von anderen Behörden oder durch die Steuerpflichtigen selbst).

Das Finanzamt

  • ermittelt für den Betrieb der Land- und Forstwirtschaft (unterliegt der Grundsteuer A): einen Ersatzwirtschaftswert
  • setzt für das Grundstück (unterliegt der Grundsteuer B) einen Einheitswert fest.

Der Grundsteuermessbetrag wird dann durch Anwendung der maßgeblichen Steuermesszahl (für Betriebe der Land-und Forstwirtschaft 6 v. T., für Grundstücke zwischen 5 und 10 v. T.) auf den Ersatzwirtschaftswert/ Einheitswert ermittelt.

Wertfortschreibung

  • Eine sogenannte Wertfortschreibung des Ersatzwirtschaftswerts / Einheitswerts nach oben oder unten erfolgt unter anderem, wenn dem Finanzamt wertrelevante Änderungen bekannt werden. Aber nicht jede kleine Wertabweichung führt zu einer Fortschreibung, sie muss vielmehr ein bestimmtes Ausmaß erreichen.
Beispiel: Der Einheitswert eines Grundstücks kann sich beispielsweise ändern, wenn ein darauf befindliches Gebäude abgerissen wird.
  • Eine Wertfortschreibung auf den 01.01. des auf diese Änderung folgenden Kalenderjahres und wird dann vom Finanzamt vorgenommen, wenn der neue Einheitswert gegenüber dem bisher festgestellten nach unten um mehr als den 10. Teil, mindestens aber um DM 500,00 oder um mehr als DM 5.000 abweicht (Umrechnung in Euro erfolgt durch das Finanzamt).
  • Ändert sich der Ersatzwirtschaftswert/Einheitswert, dann wird entsprechend auch der Grundsteuermessbetrag neu festgesetzt.

Eigentümerwechsel

  • Wechselt ein Grundstück den Eigentümer, muss das Finanzamt eine sogenannte Zurechnungsfortschreibung des Einheitswertes vornehmen und den Grundsteuermessbetrag neu festsetzen.
  • Dies geschieht zum 01.01. des Jahres, das auf den Eigentumswechsel folgt. Erst dann kann die Gemeinde oder die Stadt die Grundsteuer gegenüber dem neuen Eigentümer festsetzen und den bisherigen Grundsteuerpflichtigen entlasten.
Dies gilt auch, wenn der Besitzer eines Gebäudes auf fremdem Grund und Boden wechselt (zum Beispiel eine Garage oder ein Bungalow).

Fristen

Gültigkeit des Grundsteuermessbetrags: unbefristet (bis zur Änderung oder Aufhebung) 

Hinweise (Besonderheiten)

Befreiungen und Anzeigepflicht

Eine Befreiung von der Grundsteuer kann für Grundbesitz unter bestimmten Voraussetzungen in Betracht kommen, wenn er für bestimmte begünstigte Zwecke genutzt wird. Erfolgt jedoch gleichzeitig eine Nutzung für land- und forstwirtschaftliche Zwecke oder zu Wohnzwecken, kommt regelmäßig keine Befreiung in Betracht.

Ob die Voraussetzungen für eine Steuerbefreiung vorliegen, entscheidet das Finanzamt im Einheitswert- beziehungsweise Grundsteuermessbetragsverfahren. Entfallen die Voraussetzungen für eine Steuerbefreiung teilweise oder in vollem Umfang, muss dies innerhalb von drei Monaten dem zuständigen Finanzamt angezeigt werden.

Rechtsgrundlage

  • § 2 Grundsteuergesetz (GrStG) – Steuergegenstand
  • §§ 3 bis 8 GrStG – Steuerbefreiungen
  • § 9 GrStG – Stichtag für die Festsetzung, Entstehung der Steuer
  • § 10 GrStG – Steuerschuldner
  • § § 13 bis 18 GrStG – Berechnung und Veranlagung des Messbetrags
  • § 19 GrStG – Anzeigepflicht
  • § 27 GrStG – Festsetzung der Grundsteuer
  • §§ 28 bis 30 GrStG – Fälligkeit, Vorauszahlungen, Verrechnungen
  • §§ 32 bis 34 GrStG – Erlass der Grundsteuer
  • § 40 GrStG – Land- und forstwirtschaftliches Vermögen
  • § 41 GrStG – Bemessung der Grundsteuer für Grundstücke nach dem Einheitswert
  • § 19 Bewertungsgesetz (BewG) – Feststellung von Einheitswerten
  • §§ 125 und 126 BewG – Land- und forstwirtschaftliches Vermögen
  • §129 BewG – Grundvermögen

Freigabevermerk

Sächsisches Staatsministerium der Finanzen